Trauerbegleitungsseminar

Trauer bezeichnet einen emotionalen Zustand, den wir bei starken Verlusten empfinden können.

Dieses Gefühl hilft uns in der Verarbeitung des seelischen Schmerzes, der durch den Verlust zum Beispiel eines nahestehenden Menschen oder Tieres verursacht werden kann.

Verlust kann auch bei Trennungen empfunden werden. Das können räumliche Verluste wie Ortswechsel (Wohnung, Stadt, Land, Heimat) oder auch das Lösen gewachsener Beziehungen (Scheidung, Auszug erwachsener Kinder, Wegzug von FreundInnen, etc.) sein.

 

Meistens werden im Trauerverarbeitungsprozess mehrere Phasen durchlaufen. Zunächst wird in einer Art Schockzustand der Verlust geleugnet („das kann nicht sein…“). Je nach Schwere des Verlustes kann das eigene Lebensgefühl geschwächt sein, es wird mit dem Schicksal gehadert, depressive Gedanken entstehen, die eigene Alltagsbewältigung fällt schwerer. Wir können uns verlassen fühlen und unterschiedliche Empfindungen wie Ärger, Wut, Zorn, Angst, Schuld entwickeln. Dies kann auch von körperlichen Reaktionen wie Schlafstörungen, Konzentrationsverlust, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme begleitet werden.

Wir suchen die Nähe zum Verlorenen, sprechen darüber, stöbern in alten Erinnerungen, um so nach und nach den Verlust als real begreifen und betrauern zu können. Je nach der individuell benötigten Verarbeitungszeit beginnen die seelischen Wunden langsam zu heilen. Die eigene Gegenwart kann wieder besser in den Blick genommen werden. Gefühle der Verzweiflung lassen nach und an Zukunft kann wieder gedacht werden.

Ein derart durchlaufener Trauerprozess kann neue Energien freisetzen.

 

Manchmal jedoch gelingt uns dies weniger gut, wir brauchen länger als das sogenannte „Trauerjahr“. Vielleicht konnten wir nicht „loslassen“ oder keinen Platz in unserem Leben für die Trauer finden. Oder wir waren durch andere Umstände zu schwer belastet, dass wir keine Energien für den Trauerprozess aufbringen konnten. Auch haben uns evtl. „Selbstbehandlungsversuche“ mit Tabletten, Alkohol, Nikotin o.a. nicht wirklich geholfen, sondern haben vielleicht zu neuen Problemen geführt. Wir können also auch Schwierigkeiten entwickeln, uns an die neue Lebenssituation anzupassen.

Sollte dies der Fall sein, können stützende Gespräche, verbunden mit dem Erlernen von Entspannungstechniken sowie einem sozialen Kompetenztraining und das Entwickeln von Zukunftsperspektiven den ins Stocken geratenen Trauerprozess „nachreifen“ lassen und ihn ins eigene Leben integrieren helfen.