Mediation

ist ein Konfliktvermittlungsverfahren, das lösungsorientiert den Ausgleich zwischen zwei oder mehreren Konfliktparteien vermittelt. Mediation geht davon aus, dass ein vertieftes Verständnis der eigenen Position und der des Gegenübers dazu führen kann, in Konflikten wieder miteinander ins Gespräch, in den Austausch zu kommen. Wir als Mediatorinnen übernehmen dabei die Rolle der Moderation und „Übersetzung“ zwischen den Parteien und achten auf die Einhaltung von Gewaltfreiheit und Respekt im Dialog. Wir unterstützen bei der Suche nach einer einvernehmlichen Lösung, die am Ende des Mediationsprozesses mündlich oder evtl. sogar schriftlich fixiert miteinander vereinbart werden kann.

Allerdings gibt es in diesem Prozess unserer Auffassung nach keine „Neutralität“, ein Begriff, mit dem dieses Verfahren oft beworben wird. Denn: auch wir MediatorInnen haben unbewusste Gefühle und unterliegen unbewussten Reaktionen auf Körper- oder Sprach“signale“ der jeweiligen Konfliktparteien. Als MediatorInnen sind wir jedoch darin geübt, unsere eigenen inneren Abläufe bzw. Reaktionen nicht nur wahrzunehmen, sondern sie gegenüber den Anwesenden transparent machen. Dieses „Zusammenspiel“ ermöglicht den Konfliktparteien eine bessere Einschätzung der Beratungssituation und untergräbt damit mögliche subtile Manipulationsmechanismen.

Mediation (lat. „Vermittlung“) ist ein strukturiertes Verfahren, in dem unbeteiligte, unparteiische Dritte – der oder die MediatorIn – in einem Konflikt konstruktiv vermitteln. Dieses „Verfahren“ hat sich in Deutschland seit den 1990er Jahren etabliert, es funktioniert nicht wie ein Schiedsgericht oder eine Schlichtungsstelle und ersetzt auch keine Psychotherapie.

Während einer Mediation lernen die Konfliktparteien, wieder mit einander zu kommunizieren.

Zuvor unüberwindbar erscheinender Streit kann in gemeinsamer Arbeit gelöst werden. Allein der Schritt, wieder – miteinander – zu reden und sich zu zuhören, kann festgefahrene Situationen in Bewegung bringen. Unter der Anleitung ausgebildeter MediatorInnen können Lösungen entstehen, die von allen Streitparteien akzeptiert werden. Am Ende einer Mediation kann ein schriftlicher „Vertrag“ stehen, dessen Umsetzung in einem gewissen zeitlichen Abstand überprüft werden kann.

Eine Mediation ist freiwillig und bezieht möglichst alle Konfliktparteien ein.

Wichtigste Grundidee ist die Eigenverantwortlichkeit der Konfliktparteien. Dahinter steht der Gedanke, dass alle Beteiligten eines Konflikts selbst am besten wissen, wie dieser zu lösen ist, sozusagen die „ExpertInnen“ ihres Tuns sind. Unsere Aufgabe ist es, die Gesprächsführung im Klärungsprozess zu steuern, wir schlagen jedoch keine Lösungen vor und unterstützen vor allem darin, sich über die eigenen Bedürfnisse und Interessen klar zu werden und sie aussprechen zu können.

 

Mediation kann in allen gesellschaftlichen Bereichen, in denen Konflikte entstehen, eingesetzt werden. Dabei kann es sich um

  •  Paare
  •  Freundschaften
  •  Gruppen und Team
  •  Familien/Wahlfamilien
  •  Nachbarschaften
  •  Projekte

Nicht immer gelingt es, die Konfliktparteien sofort „an einen Tisch“ zu bringen. Wenn aber das Interesse an einer Lösung gegeben ist, kann in vorausgehenden Einzelberatungen oft der erste Schritt ausgelotet werden. Die schwierige Situation kann jeweils aus der eigenen Perspektive geschildert und analysiert werden. Mit Hilfe der Beraterin werden die unterschiedlichen Interessen sortiert, das Problem besser verstanden und erste „Wege aus dem Chaos“ entwickelt.

Ein Grundsatz der Mediationssitzungen ist die gegenseitige Achtung der Beteiligten und der Verzicht auf körperliche und sprachliche Gewalt und selbstverständlich die Verschwiegenheit nach außen. Dazu sind wir als MediatorInnen stets verpflichtet.

 

Die „übliche“ Mediation läuft in mehreren Phasen ab:

 

 Zunächst werden die Konfliktparteien über das Verfahren, die Rolle und Haltung der MediatorIn informiert. Der Auftrag wird geklärt, eine Vereinbarung wird geschlossen und das weitere Vorgehen miteinander abgestimmt.

  • Streitpunkt und Anliegen werden dargestellt und somit Themen und Konfliktfelder gesammelt, um die  weitere Bearbeitung strukturieren zu können.
  • Welches ist das erste Thema? Alle wichtigen Informationen und Sichtweisen werden ausgetauscht und anschließend unterschiedliche und gemeinsame Wünsche geklärt. Wichtig ist die Transparenz, was hinter den Positionen für Interessen liegen. Welches sind die Maßstäbe für eine „gerechte“ und sinnvolle Lösung?  Emotionen und Identitätsaspekte können in dieser Phase deutlich zum Vorschein kommen.
  • In dieser – kreativen – Phase können im Wege eines Brainstormings Lösungsoptionen bewertungsfrei gesammelt werden, die danach verhandelt werden. Fühlen sich die Vorschläge „echt“ an? Wie lassen sie sich in der Realität umsetzen?
  • Wenn eine für alle Seiten zufriedenstelle Lösung gefunden ist, so kann das Ergebnis verschriftlicht werden. Dazu gehört auch, eine ganz konkrete Regelung des weiteren Vorgehens mit Umsetzfristen und dem Verhalten in einem möglichen zukünftigen Konfliktfall festzulegen.

 

Häufigkeit und Dauer der jeweiligen Sitzungen hängen von der Anzahl der beteiligten Konfliktparteien und der „Dimension“ des Konflikts ab. Erfahrungsgemäß empfehlen sich Sequenzen von 90 – 120 Minuten.