Supervision

„Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung“ (Antoine de St. Exupery)

 

„Handle stets so, dass du die Anzahl der Möglichkeiten vergrößerst“ (Heinz von Foerster)

 

Supervision ist die Betrachtung und Reflexion professionellen Handelns und institutioneller Strukturen.

Zentrales Element des Beratungsprozesses ist die Reflexion.

Der/die Ratsuchende/n wird dabei unterstützt, Klärung und Entwicklung auf Basis eigener Erkenntnisse zu erreichen.

Supervision setzt die Bereitschaft voraus einen ergebnisoffenen Beratungsprozess zu gestalten.

 

Der weitgehend unabhängigen Position der Supervisorin kommt hierbei eine besondere Bedeutung zu. Supervisionskonzepte beziehen sich auf den Bereich der professionellen Arbeit und die Entwicklung von Einzelnen, Teams, Gruppen, Leitungen und Organisationen. Entsprechend findet Supervision in Form von Einzel- Gruppen- Team- und Leitungssupervision statt.

Die Supervision bietet zum einen den klärende Blick von oben, die kritische Sicht von außen, um blinde Flecken, Stagnationen, Blockaden, Faktoren im System sichtbar zu machen. Systemdenken heißt zu erkennen, dass alles immer in einem größeren System eingebunden ist. Die Erfahrung zeigt, dass die Ursache oder gerade die Lösung für ein Problem nicht immer da liegen, wo es im ersten Moment vermutet wird.

 

Um neue Perspektiven zu entwickeln, wird das ganze System in den Blick genommen. Das bedeutet, dass die Eigenschaften des gesamten Systems stets den Ausgangspunkt für die Arbeit bilden. Der gesellschaftliche, politische, kulturelle und historische Kontext wird dabei mitgedacht. Somit ist systemische Supervision immer kontextbezogen. Sie nimmt die Wechselwirkung zwischen Person, Rolle, Funktion, Auftrag und Struktur in den Blick.

Zum anderen bietet die Supervision den Raum für emotionale Entlastung.

Ziel der Supervision ist es, dass was in Bewegung kommt – „weitergeht“. Dabei kann die Analyse und Diagnose für das Finden oder Vermehren von Denk- und Handlungsmöglichkeiten hilfreich sein.

 

Supervision findet in einem dialogischen Prozess statt. Durch das Einnehmen einer Außenperspektive auf individuelle, fachliche, systembedingte oder auch institutionelle Fragen werden Interaktionen, Muster und Prozesse sichtbar. Unterschiede können wahrgenommen werden. Damit gelingt es, zu erkennen, was verändert und was beibehalten werden kann und soll.

 

Systemische Supervision arbeitet lösungs- und ressourcenorientiert. Die supervisorische Haltung ist allparteilich, kontextsensibel und beachtet die Genderperspektive. Reflexion und Lösungsorientierung erfolgt nicht linear; die systemische SupervisorIn denkt vielmehr in Wechselseitigkeiten und in Wechselwirkungen.

Den systemischen SupervisorInnen steht ein breites Methodenrepertoire zur Verfügung. Neben sprachlichen Elementen wird mit kreativen Mitteln gearbeitet, die die Dinge häufig leichter und schneller „auf den Punkt“ bringen. Zu den wichtigsten Supervisionsmethoden gehören

  • Auftrags- und Kontextklärung
  • Hypothesenbildung
  • zirkuläre, ressourcen- und lösungsorientierte Fragen
  • Systemkommentare
  • Reframing
  • die Arbeit mit Skulpturen/Aufstellungen
  • Arbeit mit Organigrammen
  • Rollenspiele
  • Zeitlinien
  • gemeinsamer Dialog zu Themen: wie Nähe und Distanzen zwischen den Beteiligten, Abbau von Barrieren
  • Einsatz von Ritualen, Geschichten und Metaphern.